Dramaturgie eines Fragebogens

Nach welchen Regeln sollen Sie den Ablauf Ihres Fragebogen erstellen?

So verschieden Fragebögen sein können, sie weisen alle eine ähnliche Dramaturgie auf. Dabei gibt es einige Punkte zu beachten, die dem Befragten helfen die Motivation zu steigern und den Fragebogen komplett auszufüllen.

  • Die Einstiegerfrage: Die ersten Fragen im Bogen sind beinahe die Wichtigsten. Denn diese entscheiden, ob der Befragte den Bogen beantworten möchte oder nicht. Tendenziell ist die Abbruchquote am Anfang um einiges höher, als während eines Fragebogens. Aus diesem Grund sollten einfache, aber dennoch themenbezogene Fragen verwendet werden, die beim Befragten Interesse auslösen und zum weiteren Beantworten anregen. Für den Befragten muss sich der Aufwand.
    Einstiegerfragen sollten demnach:

    • spannend sein
    • themenbezogen (inhaltlich)
    • einfach formuliert sein
    • am besten sich auf den Befragten selbst beziehen
    • von allen Befragten zu beantworten sein
  • Logik des Fragebogens: Wichtig ist die Logik des Fragebogens. Diese muss von dem Befragten verstanden werden. Aus diesem Grund kann es sich lohnen, Kategorien von Fragen zu erstellen, und diese blockweise durchzuführen, wie z.B zuerst alle Fragen zum Thema Familie, dann z.B zum Thema Politik. Zwischen den Themenblöcken kann dann jeweils eine Zwischenseite eingeführt werden, in der das neue Thema kurz beschrieben wird.
  • Heikle Fragen: Heikle Fragen, die sensible Themen, wie z.B Sex, oder Geld, o.Ä. betreffen sollten eher gegen Ende des Fragebogens gestellt werden. Ansonsten wird die Abbruchquote eher hoch ausfallen. Um dennoch Antworten auf heikle Fragen zu erhalten, gibt es verschiedene Strategien:
    • Die Zielperson an die absolute Vertraulichkeit ihrer Angaben und damit die eigentliche Belanglosigkeit der Antwort erinnern
    • Den nämlichen Sachverhalt in abgeschwächter Form darzustellen oder als geläufiges, normales Verhalten darzustellen (“nicht so schlimm, wenn jeder es macht”)
    • Den Sachverhalt in der Vergangenheit abfragen (“als Sie ein Kind waren…”), dies schwächt die Frage wiederum ab
    • Usw.
  • Demographische Fragen: Demographische Fragen sollten eher ans Ende des Fragebogens gesetzt werden, da diese für den Befragten nicht sonderlich spannend zu beantworten sind.

 

Quelle: Porst, Rolf (2008): Fragebogen – Ein Arbeitsbuch, Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.

 

Fragetypen: Offen, Halboffen oder Geschlossen

Welche Fragetypen gibt es?

Es gibt drei verschiedene Arten von Fragen beim Design eines Fragebogens. Dies ist zum einen die geschlossene, zum anderen die offene, und zuletzt die halboffene Frage.

  • Geschlossen: Bei geschlossenen Fragen gibt es eine klar definierte und somit auch begrenzte Auswahl möglicher Antwortkategorien.
    • Beispiel: Wie stark interessieren Sie sich für Politik?
      • Sehr stark
      • Stark
      • Mittel
      • Wenig
      • Überhaupt nicht
    • Es kann also nur aus den fünf vorgegeben Kategorien eine Antwort ausgewählt werden.
  • Offen: Bei der offenen Frage gibt es keine vorgegebenen Antwortskategorien, stattdessen soll die befragte Person eine eigene Antwort in ein freies Feld eintippen.
    • Beispiel: Welche berufliche Tätigkeit üben Sie aus?
      • ____________________________________________
    • Der Befragte kann nun eine eigene Antwort auf der vorgedruckten Linie verfassen.
  • Halboffen: Die halboffene Frage ist ein Mittelweg zwischen den beiden obengenannten Typen. Dabei werden dem Befragten zwar Antwortmöglichkeiten vorgelegt, diese werden jedoch um eine weitere, leere Zeile (z.B Weitere: oder Sonstiges:) ergänzt, die wie eine offene Frage beantwortet werden kann.
    • Beispiel: Welchen Einkaufsladen besuchen Sie am häufigsten?
      • Coop
      • Migros
      • Aldi
      • Lidl
      • Andere: ____________________
    • Falls keine der obengenannten Kategorien der Antwort des Befragten entspricht, kann dieser auf der letzten Linie eine eigene Antwort verfassen.

Was sind die Vor- und Nachteile der verschiedenen Typen?

Generell ist die geschlossene Frage der meist verwendete Typ in standardisierten Befragungen. Die geschlossene Frage hat den Vorteil, dass sowohl die Datenaufnahme als auch die spätere Auswertung schnell und effizient ausgearbeitet werden können. Der Nachteil liegt darin, dass gewisse Befragte sich wohl in keiner der angebotenen Kategorien sehen und die Frage demnach entweder nicht beantworten (item non-response) – oder noch schlimmer “einfach irgendetwas” angeben (Falschangabe). Dazu kommt, dass die vorgegebenen Antwortkategorien den Befragten beeinflussen. Dies lässt sich an einem Beispiel verdeutlichen: Nehmen wir folgende Frage als Ausgangsituation “Wie lange schauen Sie an einem normalen Werktag Fernsehen?”. Die Breite der Antwortkategorien haben nun einen Einfluss auf die gegebenen Antworten. Nehmen wir an: In Version 1 reichen die Ausprägungen beispielsweise von einer halben Stunde bis zu mehr als 2.5 Stunden, in Version 2 hingegen ist die niedrigste Ausprägung weniger als 2.5 Stunden und die höchste mehr als 5. Der Befragte, der sich als durchschnittlichen Fernsehschauer einschätzt wird in beiden Fällen eine der mittleren Ausprägungen wählen, obwohl deren Zahlen differenzieren. Aus diesem Grund sollte man bei der Ausarbeitung der Antwortskategorien sehr sorgfältig und bewusst vorgehen.

Die offene Frage hat zum Vorteil, dass die Information vom Befragten nicht in eine Kategorie gezwängt werden muss, sondern eins zu eins wiedergegeben werden kann. Die Gefahr dabei ist jedoch, dass die gegebene Information nicht diejenige ist, die der Interviewer mit der Frage einholen wollte. Aus diesem Grund muss die Frageformulierung bei offenen Fragen präzise und deutlich gestellt werden. Gleichzeitig helfen offene Fragen jedoch auch die Motivation der Teilnehmer zu steigern, da das Lese-Ankreuzschema gebrochen wird, und der Befragte von sich selbst erzählen kann.

Die halboffene Frage bietet sich immer dann besonders gut an, wenn das tatsächliche Universum möglicher Antworten auf eine Frage zwar abgeschätzt, jedoch nicht ausgeschöpft werden kann. Die Restkategorie kann demnach sehr unterschiedlich besetzt sein. Wichtig ist jedoch, dass dem Befragten eine Möglichkeit geboten wird, sich selbst in eine Kategorie zu setzen, da ansonsten die Motivation zur Teilnahme sinken würde.

Wann brauche ich welchen Typ?

Eine perfekte Regel, wann welcher Typ gebraucht werden soll, gibt es leider nicht. Dennoch kann folgende Vorgabe helfen:

Die Geschlossene Frage verwenden Sie, wenn das Universum der Antworten sicher bekannt ist und aus einer bestimmten und bestimmbaren Menge besteht, wenn die Anzahl der möglichen Antworten nicht zu gross ist, wenn die Frage sich mit einigermassen bekannten Sachverhalten beschäftigt, und wenn es schnell gehen soll.

Die offene Frage wird meist aus zwei Gründen verwendet: Einerseits dient sie natürlich zur Informationsgewinnung, zum Anderen zeigt sie aber auch einen stark motivierenden Effekt. Wenn die Frage zur Informationsgewinnung eingesetzt wird, sollten Sie folgendes beachten. Brauchen Sie die offene Frage wenn Sie von Ihrem Gegenstand noch nicht so viel wissen, wenn das Universum möglicher Antworten unbekannt oder riesig ist, wenn Sie vermeiden möchten, den Befragten in eine bestimmte Richtung zu lenken.

 

Quelle: Porst, Rolf (2008): Fragebogen – Ein Arbeitsbuch, Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.

 

Fragenummer in eigenen Farben & Schriften

Die Fragenummer (z.B. “Frage 1″, “Frage 2″ usw.) kann bei onlineumfragen.com in einem selbst definierten, beliebigen Design angezeigt werden. Standardmässig wird diese aber als Bild gezeigt, d.h. wird auf jedem Gerät unabhängig von Auflösung, Grösse, installierten Schriften usw. immer absolut identisch gezeigt.

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Um Fragenummern umzugestalten, wählen Sie als erstes unter “Fragebogen > Aussehen / Eigenes Logo” den Punkt “Fragenummer als Text und nicht als Bild anzeigen”.

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Damit werden die Fragenummern als normaler Text angezeigt, der nun über CSS verändert werden kann, z.B. in Farbe, Grösse, Schriftart, aber auch mit speziellen Attributen wie Führungslinien, Klötzchen davor / dahinter, Fettdruck, etc. etc.

Im Vorwort und auf der Dankeseite gibt es zwei Titel, nämlich “Vorwort” und “Danke!”. Diese erscheinen ebenfalls als Bild und sind mit dieser Einstellung nicht betroffen. Stellen Sie diese separat unter “Fragebogen > Titel, Vorwort, Dank, Autoren bearbeiten” auf Text um, in dem Sie “Alternative Überschrift wählen” und dann “Vorwort” resp. “Danke!” manuell als Text eingeben.

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Die Titel werden dann auch als Text angezeigt und können gleich wie die Fragenummern formatiert werden.

Wenn Sie nun unter “Fragebogen > Aussehen / Eigenes Logo” z.B. eine andere Schriftart (z.B. “OPEN SANS”) wählen, sind sowohl Vorwort, Danke wie auch alle Fragenummern neu gestaltet.

Unter “Fragebogen > Eigene CSS-Definition” (ganz unten rechts) können Sie dann die Klasse .fragetitel selbst definieren.

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Zum Beispiel:

.fragetitel {color: ff9900; font-size: 30px;}  

Das sieht dann am Ende so aus:

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Adressfrage mit Drop-Down und abhängigen Feldern (Felder aus-/einblenden ja nach Auswahl)

Adressfragen bieten ein besonderes Feature.

Dropdown wenn Zeitraum begrenzt

 

Und zwar kann ein Drop-Down ein zweites Feld steuern (hier das Feld mit dem Kalender-Widget), welches je nach Auswahl im Drop-Down-Feld erscheint oder nicht erscheint. Dies geht auch mit mehreren Feldern, die je nach Drop-Down-Auswahl erscheinen oder nicht.

Wir spielen dies am Beispiel einer Einverständniserklärung durch.

Dropdown mit 3 Antwortoptionen

Diese hat zwei Antwortoptionen:

1. nur für begrenzte Zeit, nämlich bis zum…
2. auf unbegrenzte Zeit

Wird die erste gewählt (nur für begrenzte Zeit, nämlich bis zum…) soll darunter ein Feld erscheinen, in welchem man ein Datum auswählen kann.

Dropdown wenn Zeitraum begrenzt
Wird die zweite gewählt, erscheint das Feld nicht:

Dropdown wenn Zeitraum UNbegrenzt

Dazu wird folgender Code genutzt:

Befehl_DropdownVerbergen

 

Zur Erklärung: der Code%DROP% leitet die Dropdownfrage ein – hier ist die Syntax:

%DROP%Text links vom Drop-Down-Menü;erste Antwortoption im Drop-Down;zweite Antwortoption im Drop-Down;dritte Antwortoption im Drop-Down;usw…..

Der Code %WENNVERBERGE leitet die Funktion ein, dass ausgehend von der gewählten Option im Dropdown das Kalenderfeld eingeblendet wird oder nicht. “0-2″ heisst dabei, WENN die erste (0=—) und dritte (2=Einverständniserklärung ist unbegrenzt) Antwortoption gewählt wird….(der Bindestrich fungiert hier sozusagen als Komma – ist leider etwas kontraintuitiv, ging aber nicht anders.) Das danach folgende “,2″ bedeutet DANN zeige das Eigene Feld Nummer 2, indem die Kalenderfrage mit dem Code %KALENDER% hinterlegt ist.

 

 

Checkbox in Adressfragen mit Sprung versehen?

Wir haben eine Frage vom Typ “Adressfrage” angelegt, die nur eine Checkbox enthält (oder natürlich auch noch andere Fragen oder Textfelder).
Es soll nun ein Sprung eingerichtet werden, der bei angehakter Checkbox zu einer bestimmten Frage springt, bei unangehakter Checkbox zu einer anderen Frage.

Die Frage ist so aufgebaut:


10-02-2014 23-02-08

 

Die Sprünge werden dann so eingebaut:

10-02-2014 23-01-12

Wichtig ist die Einstellung “gleich (Zahlen/Dropdown)” und der Wert “1”. Der Wert “1” steht für die angehakte Checkbox, der Vergleichsoperator “gleich (Zahlen/Dropdown)” ist nötig, weil es sich um eine Checkbox in einer Adressfrage handelt und nicht um eine normale Single- oder Multiple-Choice-Frage, denn hier wird die aktivierte Checkbox als Textvariable abgelegt (auch wenn sie “1” enthält).

 

Die nicht aktivierte Box wird als “Missing” abgelegt (also nicht als “0” sondern als “kein Wert”). Dies ist nicht zu verwechseln mit “Keine Angabe/Weiss nicht” (dies wäre “0”).

Die Frage sieht live so aus:

10-02-2014 23-01-47

Voilà!

 

Eigenes Bild (z.B. Visuelle Analog-Skala) über Schieberegler positionieren

Sie können beim Fragetyp “Schieberegler” ein eigenes Bild direkt perfekt bündig über dem Schieberegler positionieren.

Laden Sie das Bild als erstes unter “Fragebogen > Bilder” in Ihrem Account hoch. Die Bildgrösse muss in der Breite exakt so breit sein, wie Ihr Schieberegler. In der Regel sind dies 232 Pixel. Sie können Ihren Schieberegler aber in der fertig aufgesetzten Frage ausmessen, in dem Sie bei Google Chrome z.B. die rechte Maustaste und dann “Element untersuchen” klicken und dann im Tab “Computed Style” unter “width” den Wert ablesen.

Wählen Sie dann bei der entsprechenden Frage einfach das Bild aus, und wählen Sie bei der Bildposition die Position “unter Text” aus, also so:

29-07-2013 23-49-35

Im Gegensatz zu allen anderen Fragetypen, wo “unter Text” das Bild einfach linksbündig unter die Frageformulierung setzt, wird das Bild beim Fragetyp Schieberegler perfekt bündig über den Schieberegler positioniert.

Das sieht dann so aus:

29-07-2013 23-50-31

 

Eigene Bilder grösser als 250 Kilobyte (pro Bild) hochladen

Wenn Sie im System unter “Fragebogen > Bilder” eigene Bilder ins System hochladen, gilt eine Beschränkung der einzelnen Bilder auf maximal 250 Kilobyte. Sinn dieser Beschränkung ist die optimale Darstellung und optimale Performance für Ihre Umfrageteilnehmer. Je grösser nämlich Bilder sind (nicht von den Bilddimensionen sondern von der Dateigrösse her/Kilobyte), desto länger brauchen die lokalen Endgeräte (Computer, Mobiltelefone, IPADs, etc.) Ihrer Umfrageteilnehmen, um diese Bilder zu laden. Eine Beschränkung auf <=250 KB führt dazu, dass grundsätzlich nur Bilder in Umfragen integriert werden können, da auch mehr oder weniger schnell geladen werden, wenn die Umfrage letzendendes beim Teilnehmer angezeigt wird.

In seltenen Fällen gibt es natürlich gute Gründe, Bilder mit grösserer Dateigrösse anzuzeigen. Es gibt einen Weg, die Beschränkung zu umgehen. Es gilt allerdings immer (und unumgehbar) die Beschränkung des Ihnen generell zur Verfügung stehenden Speicherplatzes in Ihrem Account (500 KB oder 50 MB bei “Freischaltung/Bezahlung” des grösseren Space).

Kopieren Sie alle Bilder, die Sie hochladen möchten, und die grösser sind als 250 Kilobyte in einen Ordner auf Ihrem Desktop (lokaler Computer). Packen Sie dann diese Dateien alle gemeinsam in ein ZIP-Archiv. Wie das geht, lesen Sie am besten hier: http://www.winzip.de/aboutzip.htm

Diese dann erstellte ZIP-Datei (Archiv, gepackte Datei) können Sie unter “Fragebogen > Bilder” direkt ins System hochladen.

Das System packt dann alle enthaltenen Bilder aus, egal wie gross diese sind. Die Gesamtgrösse der Bilder nach dem Entpacken muss aber in Ihrem freien Bild-Speicher Ihres Accounts Platz haben. Diesen können Sie nicht überschreiten ;-) Die einzelnen Bilder sind aber hochgeladen und bereits für den Einsatz in Ihren Fragen oder an anderen Stellen in Ihrer Umfrag, auch wenn diese einzeln grösser als 250 KB sind.